Alles im Griff
Karl KAISER ist Bundeskanzler, mit Leib und Seele. Zudem ist der herzenswarme Gutmensch auch noch der größte Vollidiot auf Gottes schöner Erde, so zerstreut und naiv und simpel gestrickt, dass seine Gattin Rose nebst Kanzleramtschef Viktor beschließen, den Staatsmann aus dem Wege zu räumen.
Beim Attentatsservice wird ein Auftragskiller geordert, und bald schon tummeln sich in der Kanzlerwohnung die seltsamsten Typen mit den irrwitzigsten Defekten, die allesamt gedungene Mörder sein könnten - oder Gespenster aus des Kanzlers bewegter Vergangenheit.
Eine wütende Putzfrau aus den russischen Teilrepubliken ist darunter, ein liebeskranker Pilot, ein desorientierter Kardinal… und wenn man schon gar nicht mehr glaubt, die Schraube des Irrsinns könne sich noch schneller drehen, legt sie einen gewaltigen Zahn zu.
Da können selbst der Kurzauftritt von Meisterdetektiv Sherlock Holmes und seines dusseligen Assistenten Doktor Watson nicht zur Erhellung beitragen. Und schließlich erfährt das Spektakel nach serpentinenhaften Wendungen dann noch eine geradezu krimihafte Auflösung mit einem echten Happy End.
Alles im Griff ist eine klassische Burleske. Daniel Calls neues Stück besticht durch seine erstaunliche Pointendichte und messerscharfen Wortwitz. Während der Darsteller des Karl Kaiser wie ein Monolith "nur" den Kanzler darstellt, übernehmen die beiden anderen Kollegen alle weiteren anfallenden Rollen, wodurch ein brüllkomisches Karussell entsteht, das wirklich kein Gelenk der Screwballcomedy auslässt. Ein Fest für Darsteller und Publikum, mit dem Call seinen Ruf als "moderner Coward" mit leichter Hand manifestiert.

