Herr der Nächte
D I E H A N D L U N G
I. Akt
Seit Tagen findet in den transsylvanischen Karpaten, im Herzen Rumäniens eine Militärübung der Nato statt.
Dieses „Übungsgranatengeböllere“, bringt Unruhe in die Ländereien des Grafen Dracula. Der völlig genervte und von Einsamkeit Befallene beschließt, Transsylvanien für einige Zeit den Rücken zu kehren um seinen Sohn in Deutschland zu besuchen. Er nimmt sich vor, die turbulente Zeit im Ausland zu überbrücken und sich an frischen Jungfernhälsen zu vergnügen. Er gibt seinem Diener die Anweisung, ein Blutfax gen Germany zu senden um bei seinem Stammhalter einen längeren Besuch anzukündigen. Dieser hält seinen Vater schon seit mehreren Jahren in dem Glauben, er sei überhaupt der schlimmste Vampir und würdige Nachfolger. Er ist nicht in der Lage, seinem sehr konservativen Vater die Wahrheit über seine homosexuellen Neigungen zu gestehen, und arbeitet schon seit längerer Zeit als Geschäftsführer im „SCHWIPS“.
Er geht seinem Job nach, surft im Internet und scheint ein normaler, moderner Mensch. Er liebt Milchreis und hasst Blut. Für ihn ist sein neuer Beruf die Erfüllung. Er heißt nun Chantal, schleift permanent seine nachwachsenden Zähne, ist sehr modeinteressiert und führt ein vampirloses Leben.
Das „SCHWIPS“ ist ein sehr schlecht gehender Laden, immer im Schatten des „SEXY“ stehend. Das „SEXY“ dagegen ist eine “Promibar“ auf der anderen Straßenseite, Treffpunkt von Stars, Politikern und Edelhuren, die hier nachts ihrem Größenwahn frönen.
Teilhaber vom „SCHWIPS“, ein älterer, schmieriger Koch, genannt der Dicke, erhofft sich von dem Schwung des jungen Chantal seit längerem einen Aufwärtstrend, da der dank seines Charmes auch perfekt im Abwimmeln lästiger Finanzbeamter ist. Ansonsten hat er nur junge Mädchen im Kopf, die er bei jeder Gelegenheit angrabscht. Obwohl selten Gäste am Ort, stellt er 3 Kellnerinnen an. Lulu, eine hübsche Studentin, wohl erzogen, lieb und zurückhaltend, Funny lustig, doof und langsam denkend, sowie Fiagra, die sich nie beschwert, wenn man sie Nymphomanin nennt.
Die Barmannschaft glaubt Chantal die Ankunft seines Vaters nicht, hält die ganze Geschichte für einen Joke, spielt aber mit und wähnt endlich ein gutes Geschäft. Graf ist Graf!
Die Mädchen unterstützen Chantal, der über die Ankunft seines Vaters noch in Todesschrecken ist. Sie tauschen ihre Kleidung in Fledermauskostüme und der Koch bringt die Küche mit Minimalstbudget einigermaßen auf Vordermann.
Dracula, mit Gefolge im „SCHWIPS“ angekommen, ist doch ziemlich erstaunt über die Verhaltens- und Namensänderung seines Sohnes. Besonders seine Artikulation und die tänzerische Gestik machen den Alten stutzig. Chantal erklärt seinem Vater, dies sei nur aus Gründen der Tarnung nötig.
Die andere Seite wundert sich nur mäßig über den Auftritt des Herrn Grafen, da man hier des Öfteren „Haloween“ und andere Partys veranstaltet hat. Dennoch spüren alle die kalte Macht und einen gewissen „Grusel“ der von dem Alten ausgeht. Er genießt mit einem Schlag Respekt und hohes Ansehen, wobei man sich eifrig bemüht an sein Geld zu kommen. Es beginnt ein reges Balzen und Animieren.
In einer Nebenszene betritt „Steven Wahnsinn“ ein durchgeknallter Erfolgsschauspieler die Bar um Zigaretten zu ziehen die er im „SEXY“ nicht kriegen konnte. Der arrogante Supersnob tut auf verächtlichste Weise kund was er vom „SCHWIPS“ und seinen Betreibern hält. Und doch sind die beschämten Kellnerinnen von seiner Art wie hypnotisiert. Ein echter Superstar in ihrem „SCHWIPS“! Später bleibt von ihm nur sein „Blutverschmiertes Auto“. Auf die Frage, wer ihn zuletzt sah und ob er gar Feinde hätte, antwortete Dracula: „So ein feiner Kerl! Er wird den Menschen als „unsterblich“ in Erinnerung bleiben.“
Die erbärmliche Lage des „SCHWIPSES“ erkennend, beginnt Dracula Ratschläge zu geben und kommt dabei ins Schwärmen. Er erzählt von glanzvollen Festen auf denen die „Untoten“ sehr erfolgreich zur Unterhaltung beitrugen. Er spricht von Beethoven, Hendrix und Caruso. Alle sind begeistert, man beschließt das Projekt „UNTOTENHITPARADE“ in einer Neuernannten „BLUTBAR“ und feiert bis zum Sonnenaufgang.
Niemand, bis auf Lulu, hat bemerkt wann der Graf ging. Sie interessiert mehr die Person als das Projekt und gesteht sich ihre heimliche Liebe zu ihm. „ICH HAB’ KEINE ANGST“.
Pausenbanner quer über Vorhang :
N e u e r ö f f n u n g!
„Die Blutbar“
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Heute Weltpremiere:
„Die Untotenhitparade“
II. Akt
Die Vorbereitungen für die „UNTOTENHITPARADE“ sind in vollem Gange. Alle geben alles! Man putzt, schrubbt, gestaltet und installiert sogar eine kleine Bühne.
Lulu kann ihre Gefühle zu Dracu nicht verbergen und wird von den anderen verhöhnt. Die Tagespresse bringt die Suche nach „Steven Wahnsinn“ auf die erste Seite und irgendwie fühlen alle, dass an der Echtheit des Grafen etwas dran sein könnte.
Dracula kommt gut gesättigt und bester Laune in die neue „BLUTBAR“, um jeden wissen zu lassen, was ihn hier eigentlich hertreibt. Obwohl er in letzter Nacht köstlich dinierte, sucht er immer noch einen frischen Jungfernhals. Die Leihgruft, die Chantal für seinen Vater mietete, war von unzähligen Journalisten umlagert, die dort dank des mitteilsamen Friedhofsangestellten den ahnungslosen „Steven Wahnsinn“ zum Dreh wähnten. Dracu indes, machte sich auf die Suche nach demselben, sog ihn und verbrachte den Tag im Keller der „Blutbar“.
Lulu geht ihm an die Seele und zeigt ihm seine Zwänge. Sie vermutet hinter seiner monströsen Fassade sensible Sehnsüchte, ohne die sie sich nicht so sehr zu ihm hingezogen fühlte. Dracula von soviel Hingabe sichtlich gerührt, bleibt dabei:
„Liebe ist Unsinn“!
Die Vorbereitungen müssen ihren Abschluss finden und der Koch probiert mit Chantal das erste „WARM UP“. Funny ist in ihrem Element, sie möchte die Bühne nicht mehr verlassen und die ganze Show moderieren. Dracu hält sie für zu dumm und übernimmt. Alle sind glücklich denn die Generalprobe der „UNTOTENHITPARADE“ hat funktioniert.
Chantal bedenkt, dass man die Neuvorstellungen vergessen hat und widmet seinem Vater einen eigenen Song. Er muss an „Steven Wahnsinn“ denken und will seinem Vater einen Denkzettel verpassen, der sich in sein neues Leben eingemischt und beinahe die Lulu geschändet hat. Er beschimpft ihn und singt ihm ein sehr bös’ gemeintes Ständchen!
Dracula gefällt der Song besonders und er wähnt seinen Sohn wieder auf richtigem Weg. So gibt es ein „Großes Finale“ ohne
Bluterguß

