Bad Dates
Bad Dates
von Theresa Rebeck
(Bad Dates)
Deutsch von Dagmar Windisch
PERSONEN:
- HALEY, eine Frau
AUSZUG:
(HALEY)
1. Akt, Szene 1
(Eine Frau, Haley, steht alleine in ihrem Schlafzimmer. Ein freundlicher, warmer Raum ohne Plüsch. Kleider liegen überall verstreut, viele Schuhe, sehr viele Schuhe, die Schuhe aber liegen wohl geordnet, sie geht sorgsam mit ihnen um)
HALEY Gefallen ihnen diese Schuhe? Die sind heiß, finden Sie nicht?
(Unzufrieden wirft sie sie auf den Boden und holt aus den zahlreichen Paaren, die auf dem Bett liegen, eines hervor und beginnt, sie anzuziehen)
HALEY Ich kann keine Schuhe mehr tragen. Wissen Sie, es geht nicht darum, dass man sie nicht tragen kann, aber irgendwann beginnen sie weh zu tun. Die Dinger quälen mich dann, wie perverse japanische Folterwerkzeuge aus dem Mittelalter.
(Sie geht in die Halle und ruft)
HALEY Vera! Hey, sieh dir die an. Komm bitte, das ist ein wichtiger Abend für mich.
(Eine Türe öffnet sich, Teenie Musik klingt heraus, Haley schreit)
Gefallen sie dir? Ich meine... sie sind hübsch, oder? Du hast recht, du hast recht. Sie tun sowieso weh.
(Die Musik hört auf und Veras Tür wird geschlossen. Haley hoppelt zurück in ihr Schlafzimmer)
(...)
Bad Dates, mit "Trübe Treffen" (im Sinne von Rendez-vous) und Ein-Frau-Komödie etwas holprig übersetzt, ist eine komische Geschichte, über die man lacht, so lange sie dauert und die einem zu denken gibt, wenn sie zu Ende ist.
Es geht um HALEY WALKER, die aus einer miesen Ehe und einem muffigen Leben ausgebrochen ist und die sich mit ihrer dreizehn-jährigen Tochter auf den Weg von Texas nach New York gemacht hat, um hier "den Richtigen" zu finden. Schuhe, Schuhe, wohin man blickt, wenn sich der Vorhang zum ersten Mal hebt. Man sieht ein attraktives New Yorker Appartement und die Haupt- bzw. einzige Darstellerin Haley Walker, wie sie dabei ist, das Outfit für ein Date zusammenzustellen. Möglicherweise wird es das Date ihres Lebens, mit großer Wahrscheinlichkeit aber ein Flop.
Es ist ihre erste Verabredung nach Jahren Ehe, Kind, Scheidung und einer erfolgreichen (allerdings erschöpften) Karriere. Nun schmeißt sie in New York City ein Restaurant, das rumänischen Gangstern gehört und in dem sie als Kellnerin angefangen hat. So weit, so gut. Doch soll sie sich nun wirklich wieder mit einem Mann einlassen? Was spricht dagegen? Kein Wunder, dass Haleys Herz rast. Wer könnte sich nicht in die Situation hineindenken?
Woher soll Ms. Walker wissen, dass bis zum Happyend noch eine ganze Reihe von entsetzlich schief gehenden Romanzen vor ihr liegt? Einschließlich einer mit einem tibetanischen Buddhisten, der sich als Geldeintreiber entpuppt. Wie der Titel des Stücks und die eigene Erfahrung sagen, ist die Chance, dass sich die Sache zum Guten wendet (ganz egal, ob beim ersten, zweiten, dritten oder einem weiteren Mal) nicht sehr groß. Bewundernswert, wie die Autorin es fertig bringt, die Spannung zwischen Haleys Erwartungen, Hoffnungen und Ängsten und den unglücklich verlaufenden Ereignissen in einer komischen Art und Weise auszubalancieren.
Theresa Rebeck gibt sich große Mühe, die Geschehnisse und ihre aufgekratzte, handfeste – wenn es sein muss auch gerissene – Protagonistin so agieren zu lassen, dass man glaubt, was da gezeigt wird. Man denkt, was auf der Bühne abläuft, könne jeder Frau im Publikum auch passieren, so sie sich auf die freie Wildbahn wagt. Wenn alles vorbei ist, ist man um die Erkenntnis reicher, dass man niemals voraussagen kann, ob es nicht doch und dann mit wem klappt!
Theresa Rebeck ist eine ungewöhnlich vielseitige Autorin. Sie schreibt sowohl für die Bühne wie für Fernsehen und Kino. Sex and the City, die Kult-Serie für die dreißig- bis vierzigjährigen Single-Frauen, an der sie auch mitgeschrieben hat, hat den Ton angeschlagen, den auch Bad Dates auszeichnet.
Theresa Rebeck hat jedoch auch ganz andere Erfolge vorzuweisen, etwa Fernseh-Dramen wie Dream On, Brooklyn Bridge, American Dreamer oder First Wave. Besonders populär (auch in Europa) sind die Serien LA Law, Law and Order und NYPD Blue, an denen sie maßgeblich mitgearbeitet hat. Spielfilme nach ihren Drehbücher sind unter anderem Catwoman, Harriet the Spy, Gossip und Sunday on the Rocks.
Für das Theater hat sie unter anderem Mauritius, The Scene, The Water’s Edge, Loose Knit, The Family of Mann und Spike Heels geschrieben. Gegenwärtig arbeitet Theresa Rebeck am Textbuch eines neuen Musicals mit dem Titel Ever After, das im Frühling 2009 Premiere am Broadway haben wird.
Es versteht sich beinahe von selbst, dass sie mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet wurde. Die Komödie Bad Dates hatte überall in Amerika außerordentlichen Erfolg, in New York wie in Chicago oder in Los Angeles.
- CurtainUp Review, 2009:
"Julie White is a perfect fit for the talkative and warm-hearted character. She draws the audience into her confidence, chatters away about shoes and men and food. By the time events turn sinister, Haley's won our sympathy. How could she not? She's trying so hard to remain generous in spite of blind dates and the Feds." - The Arizona Daily Star:
"Very clever." - The Milwaukee Journal Sentinel:
"Bad Dates is so much fun, we don't want it to stop." - Talkin' Broadway:
"An irresistible character study" - BroadwayWorld.com:
"... Bad Dates, the hilariously sassy one-woman show by Theresa Rebeck."
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