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Shakespeares sämtliche Werke... leicht gekürzt

Informationen: 

The Complete Works of William Shakespeare (Abridged)

von Adam Long, Daniel Singer, Jess Winfield und weitere Mitglieder der "Reduced Shakespeare Company"

(Shakespeares sämtliche Werke....leicht gekürzt)

Deutsch von Dorothea Renckhoff

PERSONEN:

  • PETER
  • JON
  • CHRIS

AUSZUG:

(PETER, CHRIS)

PETER  Diejenigen unter Ihnen, die ein Exemplar dieses Buches besitzen, wissen, dass in keiner Ausgabe eine kurze Biographie von William Shakespeare fehlt. Diesen Teil der Vorstellung wird das dritte Mitglied unsrer Truppe übernehmen; bitte einen Auftrittsapplaus für Herrn Christoph Balthasar.

(CHRIS kommt auf die Buhne. Er gibt PETER die Hand und lässt dabei einen kleinen Packen Karteikarten fallen: seine Notizen. Hastig hebt er sie auf.)

PETER  Oh, Verzeihung. Moment, ich helfe Ihnen...

CHRIS  Nein, nein, Sie bringen sie bloß durcheinander. Die sind sortiert.

PETER  Schon gut, schon gut. (Setzt sich in den Sessel.)

CHRIS (versucht ganz schnell seine Notizen wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen.)  Hallo. Wie Sie sehen, bin ich nicht irgendjemand aus dem Publikum, ich habe Sie alle bloß auf den Arm genommen. Ich habe hier ein paar kurze Anmerkungen zu Shakespeares Leben, um dem Abend eine würdige Einleitung zu geben, und damit Sie über all diese Dinge Bescheid wissen, was er gemacht hat und so...

PETER (halblaut)  Nun fang schon an.

CHRIS  Ist ja gut, ist ja gut. (Er fängt an, von den Karteikarten abzulesen.) William Shakespeare. William Shakespeare wurde 1564 in der Stadt Stratford-upon-Avon in Warwickshire geboren. Er war das dritte von acht Kindern und  der älteste Sohn von John Shakespeare, einem in der Gegend hochangesehenen Kaufmann, und von Mary Arden, der Tochter eines Römisch... (er geht zur nächsten Karte über) Katholischen  Mitglieds des Landadels. 1582 heiratete er Anne Hathaway, eine  Bauerntochter... äh. Man nimmt an, dass er Stratford verlassen hat, nachdem man ihn beim Wildern im Gehege eines örtlichen Friedensrichters ertappt hatte. (nächste Karte) Shakespeare traf 1588 in London ein. Bis 1592 hatte er sich als erfolgreicher Schauspieler und Drama-tiker etabliert. Nach 1608 wurde seine dramatische Produk-tion spärlicher, und anscheinend hat er sich häufiger in Stratford aufgehalten. (nächste Karte)  Dort diktierte er seinem Sekretär Rudolf Hess das Werk "Mein  Kampf", in dem er sein Programm zur Wiedergewinnung einer deutschen Führungsposition in Europa darlegte. Nachdem er die entmilitarisierte Zone im Rheinland besetzt und sowohl Österreich als auch das Sudetenland und die restliche Tschechoslowakei annektiert hatte, (neue Karte) marschierte Shakespeare am 1. September 1939 in Polen ein und löste damit   den Zweiten Weltkrieg aus. (zu Peter) Das hab ich gar nicht  gewusst. (PETER macht ihm Zeichen, zum Ende zu kommen. CHRIS liest rasch weiter.) Shakespeare verblieb in Berlin, als die Russen die Stadt einnahmen, und beging mit seiner Geliebten Eva Braun Selbstmord. (Nächste Karte) Er liegt in der Kirche von Stratford begraben. Vielen Dank.

(...)

Synopsis: 

Ein Ansager belehrt: "William Shakespeare: Dramatiker, Dichter, Schauspieler, Philosoph; ein Mann, dessen schöpferisches und literarisches Genie Bewusstsein und Kultur der gesamten zivilisierten Welt grenzenlos und von Grund auf beeinflusst hat. Und doch: wir, die wir im Einundzwanzigsten Jahrhundert zu Hause sind, wie viel kennen wir – ich spreche von wirklichem Kennen – von dem gewaltigen Komplex? Zu wenig, würde ich sagen!"

Um diesen Missstand zu beheben, bieten drei Schauspieler in knapp zwei Stunden das gesamte dramatische Werk Shakespeares, immerhin 37 abendfüllende Stücke mit insgesamt 1 834 Rollen. Als Zugabe gibt’s noch 154 Sonette. In voller Länge ergäbe das eine Aufführungs­dauer von fünf Tagen und fünf Nächten. Um der Überforderung vorzubeugen, hat man sich für weise Kürzungen und kluge Zusammenfassungen entschlossen, leichte Veränderungen, Improvisationen und Unstimmigkeiten nicht ausgeschlossen.

Und ist auch nicht jeder Satz von Shakespeare, so könnte er doch von dem Meister aus Stratford-on-Avon sein, von dem Großmeisters der englischen Dramatik, dem Schöpfer von Tragödien, Komödien und Königsdramen – so schön sind die Sätze, die geboten werden.

Und ist letztlich nicht egal, von wem die Worte stammen? Eine humoristische Fachzeitschrift hat einmal den alten Philologen-Streit: Wer schrieb Shakespeares Werke? mit dem versöhnlichen Urteil beendet: Es steht fest, dass Shakespeares Dramen nicht von Shakespeare stammen, sondern von einem Mann gleichen Namens! Von diesem menschenfreundlichen Geist ist auch die Revue Shakespeares Sämtliche Werke (leicht gekürzt) beseelt. Kein Wunder, dass sie seit ihrer Uraufführung Erfolg hat, wo immer auf der Welt sie gespielt wird!
 
Doch bevor die Schauspieler mit ihrem Übermaß an Text und Songs beginnen (gesungen wird natürlich auch noch, und zwar in Monty-Python-Manier!), bevor also das Alles beginnt, macht der Ansager kurz darauf aufmerksam, dass während der Vorstellung das Fotografieren mit Blitzlicht sowie der Mitschnitt der Aufführung auf Bild- oder Tonträger nicht gestattet sind, dass kein mitgebrachtes Essen verzehrt werden darf und dass im Fall der Fälle (Druckabfall im Zuschauerraum) automatisch Sauerstoffmasken herabfallen.

Er demonstriert, was dann zu tun ist: "Halten Sie die Maske einfach vor Mund und Nase und atmen Sie ganz normal weiter." Nachdem dieser Punkt geklärt ist, verlangt der Ansager: "Bitte richten Sie Ihre Aufmerksamkeit jetzt für einen Augenblicke auf die Notausgänge und überzeugen Sie sich, welcher Ihrem Platz am nächsten liegt." Die dazu gehörige Regieanweisung lautet: Zeigt auf die Ausgänge wie eine Stewardess im Flugzeug!
 
Dann geht’s aber los: eine Achterbahnfahrt ohnegleichen beginnt. Nicht eine einzige Komödie oder Tragödie, nicht ein Königsdrama wird ausgelassen. Von "Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage" ist es nur ein kurzer Weg zu "Hast du zur Nacht gebetet, Desdemona?", bevor man bemerkt: "Es war die Nachtigall und nicht die Lerche".
Selbstverständlich gibt es auch Abwandlungen vom Bekannten: Othello hatte man vorher noch nicht als Rapper erlebt und dass Richard III. seinen Widersacher Heinrich V. durch einen exzellenten Fallrückzieher erledigt, war vorher ebenfalls unbekannt.

Die drei Schauspieler treten in beinahe sämtlichen Männer- und Frauenrollen Shakepeares auf. In Sekundenschnelle verwandeln sie sich von Romeo, Julia und Pater Lorenzo in Macbeth und Macduff oder in Caesar und Cleopatra.

Das Ganze ist geistvolles Entertainment mit einem Schuss Welttheater für alle Shakespeare-Fans und solche, die es werden wollen. Womöglich hat sich schon Shakespeare die Unterhaltung des Publikums so vorgestellt.  Unverschämt und absolut verdreht!
 
1981 hatte alles angefangen: Daniel Singer brachte in Kalifornien eine selbstverfasste halbstündige Vier-Personen-Version von Hamlet auf die Straßen von San Francisco: Die "Reduced Shakespeare Company" war geboren! Mehrere Kurzfassungen von Shakespeare-Stücken folgten, das Ensemble veränderte sich, doch 1985 formierte sich die eigentliche Gruppe: Zu Daniel Singer waren Adam Long und Jess Borgeson, heute unter dem Namen Jess Winfield arbeitend, gestoßen.

Zwei Jahre lang spielten sie zu dritt Hamlet und Romeo und Julia. 1987 zeigten sie beim renommierten Edinburgh Fringe Festival erstmals The Complete Works of William Shakespeare (Abridged). Der Erfolg war so außerordentlich, dass Gastspiele in Los Angeles, New York, Montreal und Tokio folgten. Dann trat das Stück seinen Siegeszug auf zahlreichen Bühnen Europas an.

Presse: 
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    Kleine Zeitung, Theater Lechthaler-Belic, 09.01.2014:
    "Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt) ist ein Feuerwerk an Gags, Einfällen, skurriler Situationen und ein höchst vergnüglicher Einblick in die Welt Shakespeares. Eine rasante Achterbahnfahrt, die einen beispiellosen Siegeszug über die Bühnen der Welt angetreten hat. Erzählend, tanzend, singend, rappend, weinend, schreiend, schmachtend, sterbend machen wir uns an diese ungewöhnliche Hommage an den großen englischen Dichter."

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    Badische Zeitung, Wallgraben Theater Freiburg, 27.07.2013:
    "Vor mehr als einem Vierteljahrhundert hatten drei Amerikaner in London eine verrückte Idee: Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield fassten 37 Komödien und Tragödien, die William Shakespeare geschrieben hat, zusammen. "Shakespeares sämtliche Werke – leicht gekürzt" nannten sie ihr Stück, das sie erstmals 1987 zu dritt auf dem experimentellen Edinburgh Festival Fringe aufführten. Erst zehn Jahre später kam die rasante Slapstick-Komödie auch nach Deutschland – und wurde dank der Übersetzung von Dorothea Renckhoff an vielen Theatern ein großer Erfolg. In diesem Jahr hat Christian Lugerth für das Wallgraben Theater "Shakespeares sämtliche Werke – leicht gekürzt" für den Rathaushof eingerichtet. Bei der Premiere am Donnerstag wird schnell klar, dass Lugerth hier alles richtig gemacht hat: Ives Pancera, Otto Beckmann und Georg Melich (zum ersten Mal im Wallgraben Ensemble dabei), bilden nahezu die Idealbesetzung. Sie sind nicht nur text- und pointensicher, sie beherrschen darüber hinaus richtiges Tempo und Timing, agieren gelenkig bis akrobatisch und sind zudem ein perfekt eingespieltes Trio (...) Der freche, sehr unterhaltsame, manchmal derbe Theaterabend geht zu Ende und man nimmt sich vor, doch mal wieder ein Shakespeare-Stück zu lesen – in ganzer Länge!"

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    Hildesheimer Allgemeine Zeitung, TfN Hildesheim, 16.05.2013:
    "Ist Shakespeare ein verstaubter Klassiker? Oder kann man ihn aufmotzen? Das Theater für Niedersachsen hat den Versuch gestartet und mit "Shakespeares sämtliche Werke, leicht gekürzt" auf dem Marktplatz für Furore gesorgt. Drei Schauspieler toben in 80 Minuten durch 38 Theaterstücke und 154 Sonette. Klar, dass dabei nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Aber der derbe Klamauk und das Tempo gefallen den Zuschauern. Mit der Inszenierung von TfN-Intendant Jörg Gade geht der Theaterwagen jetzt auf Tour durch Städte, in denen das TfN sonst nicht Halt macht."

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    Der Neue Merker, Volkstheater Wien, 09.05.2013:
    "Der Abend schwankt sich heftig und durchaus gekonnt über die Runden, nur wenn die drei Schauspieler/Autoren zum Finale doppelt übermütig werden und „Hamlet“ erst im schnellen Durchlauf und dann noch rückwärts (!) laufen lassen, stoßen die Interpreten dann an ihre Grenzen. Das Publikum aber schien so angetan, als hätte es wirklich etwas über Shakespeare erfahren!"

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    Stimme.de, Theater Heilbronn, 23.01.2012:
    "Nach der Pause gerät "Hamlet" zur Prunksitzung mit Publikumsbeteiligung, bei der Ophelia (ein Theatergast) den bühnenwirksamen Aufschrei probt. Immer schneller, vor- und rückwärts wird das Schicksal des zaudernden Dänenprinzen gespielt, bis fast alle durch Gift oder Degen enden. "Der Rest ist Schweigen" − und munterer Applaus."

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    Wiesbadener Kurier, Künstlerhauses 43, 23.06.2011:
    "Publikum biegt sich vor Lachen (...) „Die Schauspieler haben Mut zur Groteske, sie tauchen nicht nur in Strumpfhosen, sondern auch in anderen skurrilen Kostümierungen auf, meistern mit Bravour die rasante Tour de force, die kaum eine Komödie oder Tragödie Shakespeares auslässt, auch wenn vieles nur noch rudimentär erkennbar oder auf lokale Verhältnisse abgestimmt ist und manches sich vorzugsweise unter der Gürtellinie abspielt. Auch das Publikum darf die eine oder andere Rolle übernehmen, entweder auf der Bühne als „Einzel-Aushilfe“ oder als Gesamtkunstwerk, das gemeinsam intonieren darf: „Kann sein – kann auch nicht sein."

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    Sächsiche Zeitung, Ines Eifler, 18.10.2010:
    "Alle Stücke des englischen Dramatikers an einem Abend zu sehen, begeisterte das Zittauer Publikum"

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    Kölnische Rundschau zur Premiere im Theater der Keller, Mai 2010:
    "Fulminante Inszenierung (...) Die jungen Schauspieler Robert Oschatz, Markus Wilharm und André Würde begesitern jetzt im Theater der Keller mit einer Aufführung, die an Witz, Tempo und Einfallsreichtum nichts zu wünschen übrig läßt (...) ein herrlicher Spaß."

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    Kölner Stadt-Anzeiger, Mai 2010:
    "Robert Oschatz, André Würde und besonders Markus Wilharm als Perücken-Fetischist mit Rampemsau-Qualitäten gelingt es, das Textwerk auch da sprühen zu lassen, wo es manchmal doch zu klamaukig wird. Sie meistern die physischen Herausforderungen der rasanten Show, reißen die Zuschauer mit.(...) bis auf den genialen Geräusche- und Musik-Buzzer hält sich die Regie klug zurück mit inszenatorischen Sperenzchen (...) An einem so volksnahen und vergnüglichen Shakespeare-Schnelldurchlauf in nicht mal zwei Stunden hätte der Barde aus Stratford-upon-Avon sicher seine Freude gehabt."

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    Rostocker Volkszeitung, Dietrich Pätzold, 14-04-10, Bühne 602, Rostock:
    "Viel Applaus am Ende. Ein hübsches Gaudi das Ganze, und durchaus mit Hintersinn." "Ein wildes und teils gar wüstes Comedy-Feuerwerk.
    Die Premiere erntete viel Applaus."

Szenenfotos: 

 

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