Eriksson, Anna

Komponist, Liedtexter

Anna Eriksson verbrachte ihre Jugend in vielen Teilen der Welt. Darunter in Tansania, Saudi-Arabien und Indien. Ihr Vater ist Ingenieur und arbeitete jahrelang im Ausland. Wo es ihn hin verschlug, zog die ganze Familie mit. Anna lernte dabei, die Augen offen zu halten und viele unterschiedliche Gefühlswelten aufzusaugen, ohne dabei die Seelenlandschaft ihres Heimatlandes zu verlieren. „Meine Persönlichkeit und meine Lieder sind stark von Sehnsucht bestimmt. Ich hatte oft Heimweh, aber wann immer wir nach Finnland zurückkehrten, fehlten die Geräusche, die Sonnenuntergänge von Afrika oder der würzige Dunst, der durch die Straßen von Varanasi weht. Ich war eine Außenseiterin, aber wenn ich jetzt darüber nachdenke, wird mir klar, wie sehr diese Tatsache mein Wesen auf eine positive Art und Weise geformt hat. Mir wurde dadurch vieles über mich selbst und die Menschheit im allgemeinen bewusst. Menschen sind überall gleich. Bei sich selbst zu Hause, ist man nur, wenn man sein Leben leidenschaftlich und aufrecht lebt. Ich schreibe Lieder, weil ich gar nicht anders kann. Ja, ich habe eine Botschaft. Die meisten meiner Arbeiten sind Selbstgespräche über Dinge, vor denen ich mich fürchte, von denen ich träume. Man kann sagen, dass auf die Art eine andere Welt, ein anderes Leben durch meine Lieder entsteht.“ 
 
Musik hat in Annas Leben  schon sehr früh eine große Rolle gespielt. „Als Kind habe ich mich zusammen mit meinem Bruder immer auf die Schlafenszeit gefreut, weil meine Eltern uns dann  mit der Gitarre etwas vorgespielt und gesungen haben. Ich glaube, es hat ihnen genauso viel Spaß gemacht wie uns. Ich schließe das aus den freiwilligen Zugaben, die sie uns häufig gewährten“, sagt Anna und lacht.  
 
„Das erste ekstatische, musikalische Erlebnis, an das ich mich in meinem Leben erinnern kann, hatte ich in den Ferien an einem Strand in Mombasa in Kenia. Ich habe damals auf einem dieser übergroßen Walkmans, die es zu der Zeit gab, ABBA gehört und dazu Saft aus einer Kokosnuss getrunken. Ich war überglücklich. Die Stimmen von Agneta und Frida machten mich ganz ruhig. Ich fühlte mich stark, erwachsen, größer als die mich umgebende Wirklichkeit. Meine Güte, ich war fünf Jahre alt! Wenn ich jetzt daran denke, habe ich damals schon begriffen, dass Musik etwas in meinem Leben ist, was mich inspiriert. Das Geringste, was man sagen kann, ist, dass es jedenfalls ein wichtiger Teil all der anderen Künste ist, die mir Freude bereiten. Sämtliche Phantasien und Erinnerungen sind darin verwurzelt.“