Wölffer, Jürgen

Autor

Jürgen Wölffer ist seit 1958 beim Theater, wenn man nicht mitzählt, dass er in einer Theaterfamilie aufgewachsen ist. Wie fast alle jungen Leute interessierte er sich zuerst überhaupt nicht für den Beruf seiner Eltern, sondern (in dieser Reihenfolge) für Feuerwehr, Autos, Architektur, Malerei und Politik – linke, natürlich. Noch in der Abiturklasse besuchte er den privaten Unterricht einer damals berühmten Schauspiellehrerin, um sich dort den Berliner Dialekt abzugewöhnen. Natürlich machte die ihn zum Schauspieler. Er spielte dann ausschließlich ernste und klassische Rollen in deutschen Staatstheatern. Einige der größten Rollen der Literatur gehörten zu seiner hoffnungsvoll begonnenen Karriere in gerade einmal acht Jahren. Dann aber trat er doch in die Direktion seines Vaters, der "Komödie" und des "Theaters am Kurfürstendamm" ein. Seitdem widmet er sich fast ausschließlich dem Genre Komödie. Es war keine leichte Entscheidung, die geprägt war von der Liebe zum Vater, zu Berlin, zum Kurfürstendamm, einer geerbten Unternehmerlust und dem sanften Druck von George Marton und Hans Sanden, zweier jüdischer Freunde des Vaters aus der großen Berliner Theaterzeit. Seit 1976 leitete er die beiden Theater, erst mit Bruder Christian, dann alleine. Er gründete und ließ die "Komödie Winterhuder Fährhaus" in Hamburg und die "Komödie Dresden" bauen. Nun freut er sich, dass inzwischen sein Sohn Martin die Leitung der Häuser übernommen hat.