Himmel und Hölle

Himmel und Hölle
(HOPSCOTCH)

Informationen: 

Von Israel Horovitz

Deutsch von Dunja Brunner

 

 

Casting Informationen: 
  • ELSA - eine junge Frau
  • WILL - ein junger Mann

 

 

Synopsis:

Ein junger Mann und eine junge Frau treffen sich, anscheinend zufällig, auf einem Kinderspielplatz, von dem aus man auf den idyllischen Lake Quannapowitt blicken kann, den See, an dem das Städtchen Wakefield liegt. ELSA, die junge Frau, spielt zu ihrem Vergnügen "Hopscotch", unser Kinderspiel "Himmel und Hölle". WILL, der junge Mann, kommt aus einer Großstadt (vielleicht aus dem nahen Boston), und anfangs ist die Unterhaltung beiläufig und unpersönlich, wie sie sich eben Leute unterhalten, die sich zum ersten Mal sehen, dann beginnt er zu flirten. Elsa ist irritiert, meint ihn von früher zu kennen, ist sich dessen aber nicht sicher. Es beginnt ein seltsam bohrendes, insistierendes Frage-und-Antwort-Spiel, und bald wird klar, dass die Beiden sich einmal kannten, sogar sehr gut kannten. Und dass sie die Erinnerung an die gemeinsame Zeit gerne vergessen würden, wenn sie könnten. Es stellt sich heraus, Will "ging" mit ihr, als sie auf der High-School waren. Elsa wurde schwanger und er verschwand, um die "die Welt kennen zu lernen". Jetzt ist er zurückgekommen, will heiraten und eine Familie gründen. In der packenden Schlussszene offenbart sie, dass sie in einer lieblosen Ehe gefangen ist. Und dafür macht sie Will verantwortlich.

Es wäre falsch, wenn man sagen wollte: Das Stück erzählt, wie aus Liebenden Feinde wurde. Nein, es geht um etwas Anderes. Das Stück spricht über die Bitternis und die Verbitterung, die entsteht, wenn man falsche Entscheidungen trifft – zu einer Zeit, in der man eigentlich noch gar keine Entscheidungen treffen kann. Hopscotch – Himmel und Hölle ist ein Einakter aus Israel Horovitz’ Wakefield-Zyklus: Aus einem Zyklus von mal längeren, mal kürzeren Stücken, die alle in seiner Heimatstadt Wakefield in Massachusetts angesiedelt sind. Dramen, mit denen Horovitz ungewöhnlichen Erfolg am Off-Broadway hatte und die seinen Welterfolg begründeten. Die Wakefield-Stücke und Einakter haben auch ganz wesentlich zum Off-Broadway-Boom der Sechziger, Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts beigetragen. Hopscotch könnte überall spielen – und insofern auch überall ›funktionieren‹ –, Wakefield ist aber für Israel Horovitz nicht nur ein Schauplatz, sondern auch ein Teil seines Lebens. Die Geschichte beruht auf seinen persönlichen Erfahrungen. Er war siebzehn und ging zur Schule, als er Vater wurde. Das Mädchen war sechzehn und Horovitz heiratete sie - oder sie heirateten sich. Jedenfalls wurde das Kind mit schrecklichen Missbildungen geboren und starb nach wenigen Tagen. Die Ehe hielt nur einige Monate und wurde dann annulliert.

Presse: 

Off-Off Broadway Review:
"Horowitz' letztes Stück der Nacht, HIMMEL UND HÖLLE, ist so emotional kompliziert, dass es die Schauspieler zu zwingen schien, sich auf die Bühne zu erheben und die eigene Kreativität des Dramatikers herauszufordern" "Dies ist ein Stück, das große Subtilität und feine Schattierungen von Emotionen benötigt (....)".

Produktionen: 
  • UA: Januar 1974, Manhattan Theatre Club, New York City  
  • Januar 1974, Théâtre du Centre Culturel américain, Paris 
  • 2004, The Barefoot Theatre Company, 78th Street Theatre Lab, New York
  • Frei zur DSE  
Autor(en): 
Besetzung:
1 Dame, 1 Herr
Komödie
Schauspiel