Hrabal und der Mann am Fenster

Hrabal und der Mann am Fenster

Informationen: 

Von Bernhard Setzwein

 

 

Casting Informationen: 
  • DUTKY - der Spitzel
  • LENKA - die junge Frau
  • HRABAL - der Dichter
Synopsis:

Auf einem zugewachsenen Gartengrundstück hockt ein Mann mit Feldstecher, Heft und Stift in seinem Haus am Fenster und beobachtet die nachbarliche Datscha. Die gehört Bohumil Hrabal (1914-1997), einem der bedeutendsten tschechischen Autoren des 20. Jahrhunderts.

9:32 Uhr Katzen ca. fünfundzwanzig, notiert Dutky, der im Auftrag der Geheimpolizei den bekannten Dichter seit Jahren bespitzelt und Berichte schreibt. Er hat ihn zwar schon sehr lange nicht mehr gesehen, er erhält auch keine Befehle mehr aus der Kreisstadt, dennoch bleibt er auf seinem Posten, die Zeit vergeht. Eines Tages kommt eine Frau bei ihm vorbei, von der er erfährt, dass Hrabal aus dem Fenster gestürzt sei und vermutlich Selbstmord begangen habe. Und er erfährt auch, dass seine Berichte nie bei seinem Vorgesetzten gelandet sind, sondern von einer Nachbarin versteckt und sorgfältig aufbewahrt wurden. Die Besucherin interessiert sich sowohl für die Aufzeichnungen als auch für Dutky, denn sie möchte die leerstehende Datscha nebenan in ein Hrabal-Museum verwandeln. In der Nacht nach diesem ereignisreichen Besuch erscheint Hrabal selbst in Dutkys Zimmer. Es entspinnt sich eine traumhaft schöne Unterhaltung zwischen dem toten Dichter und seinem Spitzel. 

Bernhard Setzwein gelingt es, ein Portrait Hrabals zu zeichnen, das uns die Person, seine Gedankenwelt und seine künstlerische Arbeitsweise nahebringt.

Eine theatralische Aufforderung, sich diesem Autor zuzuwenden.

Presse: 

Klaus Bovers, Theaterburg Burghausen, 09.04.2016:
"[...] zeigte das Publikum am Schluss vor allem eines: Gute Laune! Bei den nächsten Terminen darf man die Sitzreihen gerne verdoppeln."

Süddeutsche Zeitung, Theater Regensburg, 09.05.2015:
"Bernhard Setzwein hat einen schönen Text geschrieben über Hrabal, den tschechischen Dichter, der das freie Reden im Wirtshaus schätzte und vielleicht schon deshalb als subversiv galt, tatsächlich auch einige Jahre mit Publikationsverbot belegt war [...]"

Wochenblatt, Theater Regensburg, 09.06.2015:
"Auch Hrabal-Verehrer Setzwein ist den menschlichen Grundbefindlichkeiten im Alltäglichen auf der Spur und macht Literatur daraus, bisweilen Theaterstücke wie das vielschichtige, aktuelle, ganz durchwirkt von hrabalscher Tragikomik. Und dieser Text wurde erfreulich unkonventionell und sehr durchdacht von Mia Constantine (Tochter des Schauspielers Eddie Constantine) nicht einfach "nur" auf die Bühne gebracht, sondern spannend interpretiert."

Nachtkritik.de, Theater Regensburg, Christian Muggenthaler, 06.06.2015:
"[...] Und spätestens da wird endgültig klar, worüber Setzwein eigentlich erzählt: über die Macht und die Kraft der Literatur. Dem nähern sich Autor und Regisseurin in konzentrischen Kreisen. Tastend. Gemächlich. Kontemplativ. Und mit sauber viel Sogwirkung."

Bayerische Staatszeitung, Vorbericht, 05.05.2015:
"In sechs Szenen nähert sich Hrabal und der Mann am Fenster dem Leben und Nachleben eines Autors. Höhepunkt ist dessen Erscheinen im Weinrausch, durchaus eine hrabalgemäße Geisterexistenz. Es entspinnt sich ein Gespräch übers Leben und übers Schreiben." 

Lichtung Verlag, Vorbericht, Christian Muggenthaler:
,,Hrabal und der Mann am Fenster" heißt das Theaterstück, das am 6. Juni am Theater Regensburg uraufgeführt wird. In dem Stück geht es um die Aura des Absurden, die Leben und Werk des großen Tschechen umgibt. Es geht um den Geheimdienstmitarbeiter Dutky, der vom Nachbarhaus aus die Datscha des Dichters beobachtet, in der sich nichts rührt. Aber wir wissen ja: ,,Nur weil sich nichts rührt/heißt das noch lange nicht/ daß sich nichts tut."

Produktionen: 
  • UA: 06.06.2015, Theater Regensburg
Autor(en): 
Besetzung:
1 Dame, 2 Herren
Drama
Schauspiel