Illyria

Illyria

Informationen: 

Musik, Buch und Liedtexte von Peter Mills
Zusammen mit Cara Reichel

Nach der romantischen Komödie Was ihr wollt von William Shakespeare

Zum Stück:
Kenner behaupten, Shakespeares oft gespieltes Was ihr wollt sei das erste Musical der Weltgeschichte. Als der Meister seine Komödie der Täuschungen und Verwechslungen 1602 herausbrachte, enthielt sie tatsächlich bereits sechs Songs. Was noch mehr zählt: Ihr Text selbst ist wie Musik. Doch das theatererfahrene Ehepaar Peter Mills und Cara Reichel sagte sich zu Recht, dass ein halbes Dutzend Nummern für ein Musical nicht ausreichen, und machte sich daran, den Missstand zu beheben. Dabei entstand das wunderbar leichte Musical Illyria. Könnte Shakespeare vom Theaterhimmel herab kommen und sich diese Fassung seines Stück ansehen, würde er vielleicht sagen: Warum habe ich es nicht so gemacht?

Das Musical hält sich an den klassischen Aufbau; all die bekannten und teils vielschichtigen Figuren wie der finstere Haushofmeister Malvolio, die Trunkenbolde Sir Toby und Sir Andrew, der unglückliche Narr, kommen auch hier vor. Nur, dass sie hier singen. Beispielsweise "Malvolio's Tango", das kraftvolle "Save One" und das ungewöhnliche Bekenntnis des Grafen Orsini "Whoever You Are", insgesamt achtzehn Songs. Shakespeare selbst hat ja in seine (nicht durchweg lustige) Komödie den unsterblichen Satz geschrieben: "If music be the food of love, play on!" 

 

Orchesterbesetzung:
Piano/Conductor
Reed 1 (Flöte, Klarinette, Tenor Saxophon)
Reed 2 (Klarinette, Alto Saxophon)
Violine
Cello
Akkustischer Bass
Casting Informationen: 
  • VIOLA - ca. 20, heller Sopran mit Mischtechnik bis hohes F u. starker Belt im unteren Bereich bis G unter mittlerem C, Zwillingsschwester von Sebastian, sehr androgyn, eine gute Stichwortgeberin für die Witze in der Show, aktive Zuhörerin. Attraktiv, aber keine klassische Schönheit. Abwechselnd draufgängerisch, grob und ungeschickt, leidenschaftlich und innerlich ruhig.
  • OLIVIA - Ende 20/Anfang 30, klassischer Sopran, mit der Möglichkeit zu einem starken jazzigen unteren Belt. Gräfin aus Illyria. Atemberaubend schön, elegant, selbstsicher, aber ebenso in der Lage, locker, sexy und albern zu sein. Herrin ihres Landes, aber durchaus verletzlich in ihrer Haltung.
  • MARIA - Ende 20–40, abhängig von Tobys Alter, starker Belt bis C, Gräfin Olivias Dienerin und Vertraute. Sexy, clever, federführend, in der Lage, "einer der  Männer " zu sein, ein "Zünder". Sie hat schon lange eine Affaire mit Sir Toby, den sie liebt und mit dem sie ihre Vorliebe für unsinnige Späße teilt.
  • SEBASTIAN - ca. 20, Tenor mit Belt bis A, sollte körperlich ein offensichtlich starker Gegenspieler für Viola sein, aber mit einer eigenen, sehr männlichen Energie. Er hat einen unschuldigen, naiven Optimismus, sehr ehrenhaft; mit emotionaler Tiefe in seinem Kummer um den Verlust von Viola.
  • ORSINO - Ende 20/Anfang 30, starker, lyrischer hoher Bariton, Graf von Illyria, verliebt in Gräfin Olivia. Gutaussehend, sehr charismatisch - ein bezaubernder Prinz! Sehr leidenschaftlich, ausschweifend, verliebt in die Liebe. Aber auch verletzlich in emotionaler Hinsicht, eine beeindruckende Persönlichkeit.
  • SIR TOBY - 30- 40, klassischer hoher Bariton bis G, Plapper-Song - Faul aber schlau - ein altgewordener Student. Olivias Onkel. Er lebt in ihrem Haus und verläßt sich auf ihre Unterstützung. Toby hat ein großes Ego, er sollte eine große Statur haben, die dazu passt, dennoch beweglich und gelenkig. Ein Trunkenbold, immer für einen Spaß zu haben... Er liebt Maria, sollte mit ihr wesensgleich sein - sie sind die beiden "Spassmacher".
  • SIR ANDREW - Ende 20–30, hoher Bariton/Baritenor, Verehrer von Gräfin Olivia und ein Stichwortgeber für Tobys and Marias Späße. Sollte natürlich komisch sein (was immer das auch heißen mag!), ein etwas tolpatschiger Aristrokrat. Naiv, einsam, einfältig, dumm, will gemocht werden.
  • FESTE - 30–40, Tenor, Plapper-Song, weiser Narr in Olivias Diensten. Ein Clown und Schwindler, sehr schlau, wortgewandt, ein Zauberkünstler, in der Lage jede Situation zu durchschauen. Liebenswert. Vermittelt den Eindruck, dass er selbst den Versuchungen der Liebe nicht mehr verfällt.
  • MALVIOLIO - 40–50, hoher Bariton, singt mit voller Stimme bis G, Haushofmeister von Olivia. Von sich und der Wichtigkeit seiner Stellung eingenommen, selbstgerecht und übermäßig streng mit allem, aber dennoch nett vertrottelt in seiner Selbsttäuschung.
  • ANTONIO - 30–40, Bariton-Bass, Seemann, der Sebastian rettet. Kann evtl. ein Pirat sein. Ein väterlicher oder "älterer Bruder"-Typ, sehr verantwortungsvoll gegenüber Sebastian mit einem imposanten, taffen Aussehen.
  • 2 WACHEN/LAKAIEN - Bariton, im Dienste von Graf Orsino, die ihm jede Laune nachsehen und seine Grafschaft beschützen. Optional. Feste und Malvolio können diese Rollen spielen.
  • 2 HOFDAMEN - in Olivias Diensten, unter Marias Befehlsgewalt. Optional.
Synopsis:

Illyria (Illyrien auf Deutsch) ist der alles in allem recht eigenwillige Landstrich, in dem schon der Meister selbst seine Geschichte angesiedelt hatte. Es liegt irgendwo am Mittelmeer; womöglich aber auch in den am Ende der Rauhnächte – eben in der Zwölften Nacht – verzauberten Gefilden Englands. Wie und wo es sich auch immer befindet, unstrittig ist, Illyria ist "a land of fools, where clarity's a rarity and madness rules". Vor den Küsten dieses Wunderlandes sinkt eine Windjammer; nur wenige an Bord überleben. Eine Überlebende ist die schöne (und etwas androgyne) Viola. Sie wird an Land gespült; ihr Zwillingsbruder Sebastian, den sie über alles liebt, scheint Opfer des Sturms geworden zu sein. Viola verkleidet sich als Mann, nennt sich ab jetzt Cesario und findet einen Posten am Hof des Grafen Orsino, der hier das Sagen hat. Der Graf seinerseits liebt flehentlich und bislang erfolglos die benachbarte Gräfin Olivia, die sich vorgenommen hat, sieben Jahre um ihren Bruder zu trauern und während dieser Zeit keinen Mann zu erhören. Weil Cesario/Viola optisch und intellektuell etwas hermacht, schickt der Graf von nun an den neuen feschen Diener, um für ihn bei Olivia zu werben. Wie könnte Graf Orsino ahnen, dass es sich bei ihm um eine Viola handelt?! Es kommt, wie es kommen muss: Viola verliert ihr Herz an den Grafen und wird ihrerseits zum Objekt der Begierde der Gräfin, die allmählich genug hat von ihrer permanenten Trauer.

 

Presse: 

Hudson Guild Theatre, Off-Broadway  -Village Voice, Michael Feingold, 05.11.2008
"Zu den reizvollen Zügen von Peter Mills Illyria am Hudson Guild gehört sein Einfallsreichtum was einen Plapper-Song, einen komischem Tango oder ein widerhallendes Finale des ersten Aktes angeht [...] der kleine Schimmer von 'Star'glanz wird in Jessica Grovés Viola und dem komischen Verve von Jimmy Ray Bennetts Malvolio sichtbar."

Hudson Guild Theatre, Off-Broadway - Time Out New York, Rob Weinert-Kendt, 27.10.2008
"Peter Mills kann eine Szene so geschickt knüpfen wie kaum ein anderer Librettist, schwindelerregende Liedtexte mit einem betörenden Mix aus Cleverness und Gefühl und - stopt die Pressen! - verzaubernde Melodien, die man auf dem Weg aus dem Theater summen kann."

Theatermania , Patrick Lee, 26.10.2008
"Ein Wunder an Ökonomie. Es verdichtet die Geschehnisse in des Barden ursprünglicher Komödie in kompakte und keineswegs gehetzte zwei Stunden [...] Das herausragendste Vergnügen an diesem Musical ist Mills gefällige und melodienreiche Musik [...] Illyria bleibt ein musikalischer Leckerbissen. Möge es weiter laufen."

Hudson Guild Theatre, Off-Broadway - Backstage, Ronni Reich, 24.10.2008
"Obwohl ein Duell erwähnt wird, ist die wahre Herausforderung in Peter Mills Illyria, den Saal ohne ein Lächeln, ohne einen Ohrwurm und ohne das Verlangen nach Kuchen und Ale zu verlassen [...] eine clevere, zugängliche und würdige Adaption."

Hudson Guild Theatre, Off-Broadway  - CurtainsUp.com, Deirdre Donovan
"18 köstliche Lieder [...] Einige sind unglaublich geistreich - andere entwickeln sich zu einer richtigen Arie. Das kraftvolle 'Save One', das ein schmerzhaftes Liebesdreieck besingt, ist eine bittersüße Ode an die widerspenstige Natur romantischer Liebe [...] ein inspiriertes Stück Musiktheater."

The Shakespeare Theatre of New Jersey - The New York Times, Naomi Siegel, 12.12.2004
"Ausgelassen, absolut fesselnd [...] ein intergenerationeller Gewinn, der einen eindeutigen 'Daumen hoch' verdient. Peter Mills und Cara Reichel haben Shakespeares komisches Meisterwerk genommen, den Elisabethanischen Geist und Witz erhalten, jedoch ein neues, zugängliches Werk erschaffen, das dreist und, manchmal, eindringlich zum zeitgenössischen Musical spricht."

Show Business Weekly 
"Das schlaue Buch ist vollgepackt mit witzigen Zeilen, die herzliches Gelächter hervorrufen [...] Die Cast ist ein Ensemble an hochtalentierten Schauspielern [...] zugänglich und unterhaltend für jedes Publikum, das einen  guten Lacher wertschätzt."

BroadwayWorld.com 
"Lyrisch und lieblich [...] Mills kreiert etwas einzigartiges und frisches aus einem Klassiker, dem er neues Leben und Energie verleiht [...] mit umwerfender Musik und einem klugen Buch ist Illyria besser als viele andere Musicals, die derzeit am Broadway laufen, und Familien dürften es schwer haben, eine bessere Show für einen Ausgehabend zu finden."

NYTheatre.com 
"Durch und durch bezaubernd [...] Mills Buch und Musik sind ein absolutes Vergnügen [...] Die bombige Cast beinhaltet Darsteller, deren Leidenschaft für das Stück und deren Spaß auf der Bühne in ihrer Arbeit sichtbar werden."

 

Produktionen: 
  • 2002, The Shakespeare Theatre of New Jersey
  • 18.10.2008, Hudson Guild Theatre, Off-Broadway, New York
  • 22.04.2010, University of the Arts, Philadelphia, USA
Komödie
Musiktheater