Makrele, Die

Makrele, Die
(Mackerel)

Informationen: 

Von Israel Horovitz

Deutsch von Götz Burger

 

 

 

Casting Informationen: 
  • ED LEMON - der Vater
  • EMMA LEMON - die Mutter
  • EDNA LEMON - die Tochter
  • EILEEN LEMON - die andere Tochter
  • ANGELO FORTUNINI - Stimme
  • Außerdem: eine Makrele, Spumoni (die Katze der Fortuninis), 1. Polizist, 2. Polizist, Stimmen

 

Synopsis:

Die Makrele (Scomber scombrus) ist ein anspruchsloser Schwarmfisch, der sich gut räuchern und gut in Dosen verkaufen lässt. Der Fisch hat nur eine Auffälligkeit: Er hat keine Schwimmblase. Deswegen muss die Makrele ständig auf Trab sein, um nicht unterzugehen. Das geht der Fischerfamilie LEMON in Gloucester, Massachusetts, auch nicht anders.

Alle vier Lemons – Vater, Mutter, zwei erwachsene Töchter – müssen permanent Handstände machen, damit sie einigermaßen durchkommen. Dabei dachte ED LEMON, das Oberhaupt der Familie, Gott hätte ihm aufgetragen, in Gloucester auszuharren, um dort auf ein großes Ereignis zu warten, das aller Not ein Ende bereiten wird. Entsprechend schlägt er sich nun hier durch, in einem Ort, der die großen Zeiten der Hochsee-Fischerei längst hinter sich hat. Eines nachts – während eines gewaltigen Sturms – hält Gott sein Versprechen und erhöht die Bitten der Lemon-Familie: Eine 250 000 Pfund schwere Makrele rauscht durch die Wände von Eds Fischerhaus, bleibt im Wohnzimmer der Lemons liegen. Die können ihr Glück kaum fassen! Die größte Makrele der Welt! Unerhörter Reichtum ist zu erwarten. Allein die Zinsen!  Die Lemons stürzen sich sofort ins Dosenfisch-Geschäft. Doch ihr Glück erweist sich bald als ein sehr zweifelhaftes.

Die magische Makrele tötet die eine Hälfte der Menschheit, und die andere macht sich auf nach Gloucester, um sich die Lemons zu schnappen. Die Makrele ist ohne Zweifel eine ebenso amüsante wie bissige Parabel auf Konsumwahn und Opportunismus, ein Stück voll Wahnwitz und Wahrheit und tiefschwarzem Humor. Doch wie kann ein Autor ausgerechnet die unscheinbare Makrele, sozusagen ein besserer Hering, in den Mittelpunkt eines Zwei-Stunden-Stücks stellen? Es mag damit zusammenhängen, dass Israel Horovitz, der Erfinder des schwarzen Streichs, selbst in Gloucester lebt – zumindest zeitweise im Jahr. Die übrige Zeit verbringt er in New York, in London oder in Frankreich, wo seine Stücke besonders geschätzt und oft gespielt werden.

Und Gloucester, Massachusetts, ist selbst so etwas wie ein unerschrockener Überlebender. Es ist der älteste Fischerhafen in Nordamerika – hier landeten schon (im Jahr 1004) die Wikinger an. Sechs Jahrhunderte später entdeckte Kapitän John Smith zum zweiten Mal die fischreiche Küste und überredete Siedler aus der Alten Welt, hier ihr Glück zu versuchen. Gloucester wurde Standort der ertragreichsten Fisch-Industrie Neu-Englands. Das ging so lange gut, bis das Meer leergefischt war. Schon sehr früh, 1911 nämlich, warnten die Fischer von Gloucester vor den Gefahren des technisierten Fischfangs.

Man hörte nicht auf sie; erst heute, wo in allen Zeitungen und in allen Talk-Shows über die Ergebnisse von Überfischung, Umweltverschmutzung und Klimawandel geschrieben und geredet wird, fünf nach zwölf also, gibt man den Fischern recht. Doch was nutzt ihnen das?  Und was nutzt es Israel Horovitz, dass er sich ebenfalls sagen kann, dass er nicht auf die UN und ihre Klimaexperten, auch nicht auf die Ökonomen der Weltbank gewartet hat, um zu zeigen, dass die Gier nach Geld und Reichtum tödlich ausgehen wird. Sicher hat er auch in einem anderen Punkt recht: Das Treiben der Menschheit kann man nur mit Sinn für die Groteske ertragen, ansonsten ... 

Presse: 

MetroActive, Silicon Valley: 
"Schräger Humor, oft sardonisch oder makaber, der sich an dich anschleicht."

Produktionen: 
  • UA: 1978, Hartford Stage, Hartford, Connecticut
  • 1992, Dragon theatre, Palo Alto
  • DSE: 13.01.1994, Emma-Theater, Städtische Bühnen, Osnabrück
Autor(en): 
Besetzung:
3 Damen, 1 Herr
Komödie
Schauspiel