Man nennt es Lutschbonbon

Man nennt es Lutschbonbon
(It's called a Sugar Plum)

Informationen: 

Von Israel Horovitz

Deutsch von Daniel Call

 

 

Casting Informationen: 
  • WALLACE ZUCKERMAN
  • JOANNA DIPPLE
Synopsis:

Ein typischer Horovitz-Plot: Zwei Harvard-Studenten, ein junger Mann und ein junges Mädchen, die in keiner Hinsicht zusammenpassen, finden zusammen, nachdem der junge Mann (durch Ungeschick) den Verlobten seiner zukünftigen Freundin ums Leben gebracht hat.

Die Geschichte ausführlicher: WALLACE ZUCKERMAN, ein junger Mann, der stümperhafte Lyrik schreibt und sich wenig vom Leben erhofft, überfährt an einem regnerischen Tag einen Mitstudenten, der Pech mit seinem Skateboard hat. Bei dem nassen Wetter rutscht er Wallace Zuckerman direkt vors Auto; der überfährt ihn, ein Leben ist zu Ende. Dadurch lernt Wallace JOANNA DIPPLE, die verzweifelte Braut, kennen. Anfangs streiten sie sich, doch bald fallen sie sich in die Arme, gehen miteinander ins Bett und streiten sich anschließend weiter. Soll das alles sein? Ja.

Die schwarze Komödie beginnt mit einer Szene, in der Wallace sorgfältig alle Zeitungen nach Berichten über den Unfall durchsucht. Was er findet, schneidet er aus und klebt es in ein Album. Gleichzeitig verfolgt er, was im Radio über das Vorkommnis gebracht wird – ohne Zweifel ist das Unglück das bislang bedeutendste Ereignis in seinem Leben. Wenn er auch nicht der Held der Geschichte ist, so spielt er darin doch eine bedeutende Rolle, und so was gehört ja wirklich aufgehoben. Es klopft an der Tür. Joanna will den Mann sehen, der ihren Verlobten umgebracht hat. Wie sieht er aus? Wie fühlt er sich? Na ja, nicht gut... Aber bald hellt sich Wallace Stimmung auf; die Besucherin fasziniert ihn. Joanna ist abwechselnd unverschämt und irrsinnig komisch. Wenn es sein muss beziehungsweise wenn sie will, kann sie von einer Sekunde zur nächsten die Tränen fließen lassen.

Doch glaubt man bald nicht mehr an ihre Trauer, schon wegen der Art, wie Joanna darauf achtet, was die Medien über sie zu sagen haben. Sie verfolgt die Radio- und Zeitungsberichte mindestens so intensiv wie Wallace. Bald gibt es Streitereien zwischen den zukünftigen Liebenden, wessen Leben sich durch den Tod mehr verändert hat, wer mehr geschädigt ist, wer mehr verloren hat, er oder sie! In ebenso melodramatischer wie komischer Weise beschreibt sie, wie sie sich nach dem Verblichenen sehnt: Joanna vermisst Tag und Nacht – vor allem nachts – seine Hände auf ihren Brüsten. Andererseits entdeckt sie bald auch an Wallace gute Seiten. Als sie erfährt, dass er sich damit etwas Geld verdient, Fleisch zu transportieren, sieht sie ihn verzückt an und sagt: "Ich bete Fleisch an. Das ist wunderbar, dass du Fleisch anfasst. Fleisch ist die Essenz des Lebens!"

Das ist der Moment, wo sie beschließen, miteinander ins Bett zu steigen. Hinterher fühlt sich Wallace beschenkt und beglückt. So eine Braut hat er sich schon lange gewünscht. Aber er hatte nie die Hoffnung, ein solches Wesen zu erobern. Als sie sich besser kennen gelernt haben, kommt sogar heraus, dass er Joanna bereits eine Weile begehrt hat; lange bevor er ihren Verlobten überfahren hat. Was die Beiden am meisten amüsiert und verstört, ist die Geschwindigkeit, mit der ihre Trauer und seine Schuldgefühle schwinden. Es erschreckt sie zu Recht, wie schnell die neuen Gefühle die Erinnerung an den Toten verblassen lässt.  

 

Presse: 

The Philippian: 
"Schon mal ein Stück von Israel Horovitz gesehen? Wie wäre es mit vier in Folge? Es ist, als würde jemand das Licht ausmachen, dich mit einem Gummihammer über den Kopf schlagen und dann Stunden später aufwachen, um alle um dich herum zu finden, die Französisch sprechen; aber auf eine gute Art und Weise.... Ein Teufelskreis von Liebe und Hass."

Produktionen: 
  • UA: Juli 1967, National Playwrights Conference, Eugene 0´Neill Memorial Theatre Foundation, Waterford, Connecticut
  • Off-Broadway-Premiere: 1968, Astor Place Theater, New York City
frei zur deutschsprachigen Erstaufführung
Autor(en): 
Besetzung:
1 Dame, 1 Herr
Komödie
Schauspiel