Sam und Lucy

Sam und Lucy
(Sam and Lucy)

Informationen: 

Eine schwarze Komödie
Von Brooke Berman

Deutsch von Dagmar Windisch 

 

 

Casting Informationen: 
  • LUCY
  • MADELYN
  • MADDY
  • ADAM
  • CODY
  • JAYCE
Synopsis:

LUCY, stets ausgesucht elegant, allerdings etwas konservativ gekleidet (Gucci), hat ihre Probleme mit der Wiederkehr des Saturns, Geistern und dem Liebhaber ihrer Mutter. Etwas konventioneller gesagt: Sam & Lucy ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die Geschichte der Liebe einer Tochter zu ihrer Mutter. Lucy, eine typische moderne Großstädterin, hat nie eine interessantere, witzigere und schönere Frau gesehen als ihre Mutter. Sie, die Mutter, war/ist eine extravagante Person. Bevor sie die erste ihrer beiden Ehen einging, hat sie zum Beispiel eine Weile lang berufsmäßig gezockt. Eines Tages, Lucy war zwölf, machte die Mutter eine Bemerkung, die die Tochter nie vergaß. Die Beiden waren im New Yorker Nobelkaufhaus NEIMAN MARCUS, in der Nähe der Pralinen-Abteilung. Plötzlich sagte die Mutter: "Sollte ich jemals ein Buch schreiben, werde ich es nennen: ‚Ich war ein Jahr lang normal und es gefiel mir nicht.‘ Es würde ein sehr gutes Buch!"

Tatsächlich sagen die Autorin und die Heldin des Stücks dasselbe über ihre jeweilige Mutter: Marilyn (im Stück verfremdet zu "MADALYN") hatte das Benehmen und die Ausstrahlung eines Stars, wenn man auch nicht weiß/wusste, worin und womit sie brilliert. Sie hat ihre ganz eigene Weise, präsent zu sein – nach Beschreibung der jeweiligen Tochter witzig, warmherzig, sexy und schräg, wie niemand sonst. Und sie liebt es zu lachen. Wenn die Mutter im Stück auftritt, agiert sie tatsächlich so, wie die Tochter sie beschrieben hat. Mit der Tochter spricht Marilyn/Madalyn im Wesentlichen über Musik, Kunst und Männer. Sie macht sie mit Bach und Mozart und Bobby Short vertraut. Sie nimmt sie mit ins Theater, ins Kino und in die Museen, eigentlich überall dorthin, wo sich kultivierte Menschen blicken lassen. Sie gibt Lucy den Rat, sich im sexuellen Bereich zu gönnen, was immer ihr gefalle. Unter zwei Bedingungen: Dass die Wäsche niemals zusammen gewaschen werde und dass strikt getrennte Kassen geführt werden.

Das Stück beginnt damit, dass Lucy, 28 und alleinlebend, SAM, den Ex-Liebhaber ihrer Mutter, anruft und ihn um ein Treffen bittet. Sie hat ihn noch nie gesehen, aber schon viel von ihm gehört und möchte ihn endlich kennen lernen. Sam ist verheiratet und zögert verständlicherweise einen Augenblick, dann sagt er zu. Man trifft sich zu einem Lunch. Das Stück besteht im Wesentlichen aus Treffen des Ex-Liebhabers der Mutter mit der die Mutter anbetenden Tochter. Ab und an lässt sich auch Mutter blicken und wenn sie es tut, spricht sie am liebsten über Liebe in all ihren Möglichkeiten und Erscheinungsformen. Mit der Zeit werden sich Lucy und Sam immer vertrauter, ohne aber selbst ein Paar zu werden. Als man sich angefreundet hat, will Lucy wissen: "Was my mom good to love?" Sam erwidert darauf: "Oh. Yes. Yes. Yes. Your mom was good to love… She was good. Disturbed. Moody. Needy. Real. Affectionate. Warm. Strange sometimes. Really very strange. But really really very good. Being in love with your mom, It was like that book, the little prince, that French book everyone loves, my wife, ex-wife – she just loves that goddamn French book. And your mom was like that – like the part where the prince talks about the rose he loves who has thorns. Your mom had thorns. But she was very good to love..." Ganz am Ende des Stücks, sozusagen im allerletzten Augenblick, erfährt man, dass die Mutter längst gestorben ist, Lucy aber nicht "loslassen" kann. Doch Madalyn respektive ihr Geist beharren darauf, es ist Zeit, dass man sich in aller Freundschaft trennt.

Brooke Berman, die Autorin, Tochter eines Pianisten aus dem Mittelwesten und einer "Gamblerin", ist eine von Amerikas kommenden Theater- und Film-Autorinnen. Ihre Stücke werden quer durch Amerika bei Festivals gespielt – vom "Summer Play Festival" in New York City (eine Einrichtung der Broadway-Produzenten) bis zur "O’Neill National Playwrights Conference". Sie gewann zahlreiche Preise, und Hollywood weiß längst, was es an ihr hat. Sie entwickelt Drehbücher für Weltstars. Die New York Times charakterisierte sie im Februar 2008 bei der Besprechung ihres neuesten Stückes: "Ms. Berman, 38, a writer of light-handed charm and sitcom rhythms…" Über Sam & Lucy und ihre Mutter sagte Brooke Berman in einem Interview: "I’ve written about my mom a lot. She shows up in all of my plays in some form or other, but there is one play in particular that is overtly about – and dedicated to – her. Marilyn (like the fictional Madalyn) had thorns. But she was very good to love. Delicious and yummy. She was a late night phone-call early morning French toast afternoon at the movies giggling kind of love. She was loyal and honest and she’d stay in the room to have the fight instead of pretending it wasn’t happening. She was amazing." Und all dieses findet man in Sam & Lucy wieder.  

Presse: 

First Look Festival: 
"Das Stück erforscht auf leckere, spielerische Weise Schichten der Familienmythologie und Fragen über die Natur der Liebe, bis es seine letzte herzzerreißende Endnote erreicht."

frei zur deutschsprachigen Erstaufführung
Autor(en): 
Besetzung:
3 Damen, 3 Herren
Komödie
Schauspiel