Ich, Sarah... die Göttliche

Ich, Sarah... die Göttliche
(I, SARAH... THE DIVINE)

Informationen: 

Monolog von Robert Cabell

Deutsch von Daniel Call

 

Casting Informationen: 
  • SARAH
Synopsis:

Frankreich hat der Welt drei Frauen geschenkt, die man niemals vergessen wird: Jeanne d’Arc, Napoleons vielgeliebte Gattin Josephine und die göttliche Sarah Bernhardt. Die Erstere ist eine Heilige, die beiden Letzteren waren es mit Sicherheit nicht. Oder wie es Sarah Bernhardt formuliert hat: "Nur wenn man sich verschwendet, wird man reich." Sie galt als die größte Schauspielerin ihres Jahrhunderts. Dabei faszinierte ihr Leben das Publikum mindestens ebenso wie ihre Schauspielkunst. Man findet dort alles, was man von wirklich schillernden Charakteren erwarten darf: Dramatische Liebe und Unglück in der Liebe, erotische Abenteuer mit Frauen und Männern, gewaltige Bühnenerfolge, tragische Misserfolge, Rauschgift, Ruin, Missachtung und dann wieder strahlende Erfolge. Sie war eine Diva, nein, die Diva, vor der Kaiser und Könige die Knie beugten. Von reichen Männern wurde sie mit kostbarem Schmuck und von weltberühmten Dichtern mit kostbaren Worten bedacht. Folgerichtig ist die Liste der Bücher, Filme, TV-Dokumentationen und Theaterstücke, die Reihe der Ausstellungen und Retrospektiven, die sich mit Sarah Bernhardt beschäftigen, fast unendlich. Sogar sie selbst, die Göttliche, Unvergleichliche, hat bei der Sarah-Bernhardt-Mystifizierung mitgemacht. Ihre Biographie nannte sie treffend "Mein Doppelleben", und inspirierte damit zahlreiche Schriftsteller. Marcel Proust hat sie zum Beispiel in seinem Jahrhundertroman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit zur Schauspielerin La Berma verfremdet; sehr kenntlich, wie alle sagten, die sie kannten. Umso größer der Mut, es erneut mit Sarah, der Göttlichen, aufzunehmen. Robert W. Cabell, ein ungewöhnlich witziger New Yorker Autor, hat aus drei Ein-Aktern, die er in den Neunzigern über Sarah Bernhardt geschrieben hatte, eine Revue in zwei Akten für eine Schauspielerin gemacht. So etwas kann nur jemand versuchen, der entweder keine Ahnung oder sehr viel Ahnung hat. Robert Cabell gehört zur zweiten Kategorie. Er hat sein Leben der amerikanischen Unterhaltungsindustrie und damit Giganten wie Time Warner, HBO, Spelling International, Columbia Pictures und der New York Post verschrieben. Außerdem hatte er mit den Musicals Pretty Faces und Two Hearts Over Easy beträchtliche (Off-Broadway-) Erfolge.

"Ich, Sarah... die Göttliche, erscheint so leichthändig geschrieben, dass man kaum erkennen kann, wie viel Wissen über die Figur Sarah Bernhardt darin versteckt ist. Robert W. Cabell sagt, dass er viel Zeit damit verbracht hat, jedes Wort zu notieren, das von der Sarah Bernhardt überliefert ist, jede Zeile zu lesen, die sie geschrieben hat. Er hatte den Ehrgeiz, ihr so nahe zu kommen, wie man einer Toten nur kommen kann.   Dabei kannte SARAH, die Göttliche, sich selbst nicht. Man kann zum Beispiel nicht sagen, wann genau sie geboren wurde. Manche Quellen sprechen vom 22., andere vom 23. oder 25. Oktober 1844. Mit Sicherheit weiß man nur, dass sie in Paris geboren wurde und dass ihr Geburtsname Henriette-Rosine Bernhardt (ohne ›t‹ am Ende) war. Ihre Mutter war eine Kurtisane à la Kameliendame, ihr Vater angeblich ein "angesehener Herr", womöglich ein Jura-Student namens Édouard Bernhardt. Oder war er der Bruder ihrer Mutter, wie andere Biographen behaupten? Ein Marine-Offizier aus Le Havre kommt für die Vaterschaft ebenfalls in Frage. Genauso unklar bleibt es, wer der Vater ihres geliebten Sohnes Maurice war, womöglich der belgische Prinz de Ligne, womöglich aber auch nicht. Sarah, die Göttliche, war zwanzig, als sie Maurice zur Welt brachte, und hatte da schon eine wenig ergiebige erste Theater-Karriere hinter sich. Sarah Bernhardt hat oft behauptet, der Prinz habe sie heiraten wollen; seine Familie habe die Hochzeit jedoch verhindert. Wahrscheinlicher ist, dass er sie schlicht vor die Tür setzte, als sie mit der Nachricht von der Schwangerschaft kam. Andere Frauen in ähnlicher Lage gingen ins Wasser oder nahmen Gift. Sie versuchte es ein zweites Mal mit der Bühne. 1872 spielte sie die Hauptrolle in Victor Hugos Ruy Blas und 1874 in Phedre von Racine, und in beiden Stücken wirkte sie gleichzeitig derartig hochdramatisch wie gefühlvoll, dass die Zuschauer hingerissen waren. Ab 1880 gab es dann Tourneen durch Europa und Amerika, immer in luxuriösen Eisenbahn-Waggons und mit Aufenthalten in den großen Hotels dieser Welt, und ein leibhaftiger Löwe schlief mit ihr im Bett. In Amerika war sie am besten durch ihre "Abschiedstourneen" bekannt, insgesamt neun zwischen 1880 und 1918.

Robert W. Cabell lässt nichts aus, was die schillernde Figur SARAH BERNHARDT noch etwas schillernder macht. Bemerkenswert ist aber, dass er es nicht mit Erfindung versucht, sondern mit einer geschickten Montage von Gefundenem. Eine 90-Minuten-Tour-de-force für eine mutige Schauspielerin!    

Presse: 

Asheville Citizen-Times, Jim Cavener:
„SARAH ein großes Risiko, aber ein Risiko, das es wert ist, eingegangen zu werden."

Off-Off-Broadway Review: 
"Robert Cabell schuf eine wunderbare Umgebung für die Schauspielerin."

Produktionen: 
  • UA: 2001, Upstage Compagny, Swannanoa, USA 
  • 2006, Actors Cabaret of Eugene, Oregon
  • Frei zur DSE
Autor(en): 
Besetzung:
1 Dame,
Komödie
Schauspiel