Heuschnupfen

Heuschnupfen
(HAY FEVER)

Informationen: 

Komödie von Noel Coward in drei Akten

Deutsch von Klaus Chatten 

 

 

 

Casting Informationen: 
  • JUDITH BLISS
  • DAVID BLISS
  • SOREL BLISS
  • SIMON BLISS
  • MYRA ARUNDEL
  • RICHARD GREATHAM
  • JACKIE CORYTON
  • SANDY
  • TYRELL
  • CLARA

 

 

Synopsis:

Ein Haus in Cookham, einer ländlichen Gegend nahe London, Frühsommer, Samstagnachmittag; mithin der gewohnte Schauplatz und die übliche Zeit für eine typisch englische Salon-Komödie. Familie BLISS, auf den ersten Blick eine schrecklich nette Familie, genießt ihr Leben. SOREL, die Bliss-Tochter, neunzehn und exzentrisch, nimmt die literarischen Versuche einer Freundin unter die Lupe, SIMON fertigt eine seiner üblichen Kreidezeichnungen an, DAVID sitzt in seinem Arbeitszimmer und ist mit dem "Sündigen Weib" beschäftigt. JUDITH BLISS, die Hausherrin, ehemaliger Star der Bühnen des Londoner West Ends, probt im Garten die schwierige Rolle der Landedelfrau. Jedes Familienmitglied spielt die Ruhe und Ausgeglichenheit nur, die vorgeführt wird. In Wahrheit erwartet jedermann nervös einen Gast für das Wochenende, von dem die jeweils anderen nichts wissen, den man für sich haben will, dem man die peinliche Familie ersparen will. Als das herauskommt, ist es zu spät, um noch etwas dagegen zu unternehmen. Die Gäste trudeln in rascher Folge ein: RICHARD, der geschniegelte Diplomat, die bestrickende MYRA, die naive JACKIE und SANDY, der junge Rennfahrer. Angesichts des vollen Hauses sind die Gäste irritiert, haben aber kaum Zeit, sich Gedanken zu machen, werden sie doch auf der Stelle in den Strudel der Familienstreitigkeiten und doppelbödigen Selbstinszenierungen hineingezogen.

In dieser geistreichen Sommerkomödie geben sich "alle die Stichworte für große Szenen". Im Grunde geschieht aber nichts als das. Ein ganzes Wochenende lang. Acht Personen (plus Clara, der Haushälterin), allesamt völlig überzeichnet, dennoch lebensecht, durch die Bank skurrile Typen, spielen sich die Bälle zu. Die Wirkung ist amüsant und beklemmend zugleich. Das scheint einfach zu inszenieren zu sein: Figuren treten auf, liefern einige Sätze ab, neue kommen hinzu, andere gehen ab – fertig. Schließlich ist HEUSCHNUPFEN nichts weiter als eine Farce mit neun Rollen, fünf Türen und wenig Handlung.

Doch Noël Coward selbst sagt in seinen einführenden Worten, von allen Stücken, die er je geschrieben habe, sei keines so schwierig zu inszenieren wie HEUSCHNUPFEN. Das liegt an der inneren Dramatik des Stücks: Hier treffen Figuren der traditionellen Oberschicht – die Weekend-Besucher – auf brillante Künstler; genauer gesagt, auf die unglaublich talentierten Mitglieder der Familie Bliss, auf Angehörige der Talentocracy, wie Noël Coward sie bezeichnet hat. Vor allem sie müssen ebenso viel Bösartigkeit wie Witz und Verstand haben. Und sehr viel Glaubwürdigkeit. Nur so kann der Zuschauer dem Diplomaten Richard Greatham (zum ersten Mal zu Besuch bei den Bliss’) glauben, wenn er sagt: "Mir ist nie klargeworden, wie tot ich bin, bis ich euch getroffen habe."  Die Frage heißt: Kann jemand mit künstlerischen Ausnahmequalitäten mit Leuten zurechtkommen, deren oberste Werte silberne Teegeschirre und Tennis sind? Für Noël Coward selbst war HEUSCHNUPFEN der Wendepunkt in seiner Karriere als Komödienschreiber.

Er schrieb das Stück, als er 24 Jahre alt war und innerhalb von drei Tagen. Die Dialoge sind hier alltäglicher und weniger ausgeklügelt als bei seinen ersten Stücken. Er selbst sagt in einer seiner drei (!) Autobiographien: "Als ich HEUSCHNUPFEN fertig hatte und zum ersten Mal durchlas, betrauerte ich unterbewusst das Fehlen von schwungvollen Epigrammen." Mit einem Wort: Das Stück hatte seinen eignen Witz und hat bis heute nichts davon verloren. Noël Coward verstand es immer, Alltagssprache und leere gesellschaftliche Konventionen theatralisch wirksam einzusetzen. Hier ist es ihm besonders gut gelungen. Es hat seinen guten Grund, dass HEUSCHNUPFEN zu den Coward-Stücken zählt, die in den vergangenen Jahrzehnten am meisten gespielt worden sind und zwar bis heute. HEUSCHNUPFEN wurde 1925 zum ersten Mal in London aufgeführt und lief dort über ein Jahr. "The gayest, brightest and most amusing entertainment in London." Als das Stück am Broadway Uraufführung hatte, schrieb Brooks Atkinson: "After seeing Hay Fever you will never give week-ends again nor accept week-end engagements, but you will go to the theatre forever and ever. Amen."

Presse: 

The Times:
"Cowards Witz funkelt in einer Portion Comic-Glückseligkeit." 

The Daily Telegraph:
"Ein komisches Meisterwerk. (....) Eine Nacht der englischen High Comedy vom Feinsten - und ein Riesenerfolg, wenn ich je einen gesehen habe...."

The Daily Mail:
"Perfektionierte Perfektion - unwiderstehlich ansteckend"

The Sunday Telegraph:
„Dieses Stück über die Bande, die selbst eine scheinbar kriegerische Familie verbindet, ist eines von Cowards besten."

The Mail on Sunday:
"Noël Cowards Heuschnupfen ist eine köstliche Komödie mit fabelhaft schlechten Manieren."

The London Evening Standard: 
"Purer, köstlicher Spaß. Ein Riesenerfolg" 

The Observer:
"Das 1925 erstmals inszenierte Heuschnupfen ist eines der seidigsten Dramen Noel Cowards: stechende Witze, die über Abgründe des Unverständnisses geschleudert werden; ein Stück, das Schauspieler feiert und verspottet; ein Drama über Familien, das wie sie sowohl gemütlich als auch verzweifelt ist...".

The British Theatre Guide:   
"Großer Spaß und eine willkommene Erinnerung daran, warum Coward als "Der Meister" bekannt war!"

Produktionen: 
  • UA: 08.07.1925, Ambassador Theatre, London
  • DSE: 1926, Kammerspiele Deutsches Theater, Berlin
  • 2006, Theatre Royal Haymarket, London
  • 22.03.2017, Royal Lyceum, Edinburgh
Autor(en): 
Besetzung:
5 Damen, 4 Herren
Komödie
Schauspiel