In der Gasse

In der Gasse
(Waiting in the Wings)

Informationen: 

Ein Stück in drei Akten mit Songs von Noël Coward

Deutsch von Klaus Chatten

 

 

 

Casting Informationen: 
  • MAY DAVENPORT
  • CORA CLARKE
  • BONITA BELGRAVE
  • MAUDIE MELROSE
  • DEIRDRE O´MALLEY
  • ALMINA CLARE
  • ESTELLE CRAVEN
  • PERRY LASCOE
  • MISS ARCHIE
  • OSGOOD MEEKER
  • LOTTA BAINBRIDGE
  • DORA DOREEN
  • SARITA MYRTLE
  • ZELDA FENWICK
  • DOKTOR JEVONS
  • ALAN BENNET
  • TOPSY BASKERVILLE  

 

 

Synopsis:

IN DER GASSE ist Cowards fünfzigstes Stück und eins seiner letzten "großen". Er verfasste es 1960; in diesem Jahr wurde es auch zum ersten Mal in London aufgeführt. Schauplatz dieser bittersüßen, vor allem aber lebenswahren und menschenfreundlichen Komödie ist ein Heim für Schauspielerinnen, die sich "von der Bühne zurückgezogen" haben und sich auf der Reise zum letzten Akt befinden.
Ganz prosaisch gesagt, Die Gasse – halb Wohlfahrtseinrichtung, halb Altersheim – ist für Schauspielerinnen gedacht, die am Ende ihrer Karriere ohne Geld dastehen. Für sie ist das Heim die einzige Chance, ihre letzten Jahre halbwegs angenehm zu verbringen. 

IN DER GASSE ist voller Witz, Weisheit, Mitgefühl und von enormem theatralischen Know-how. An keiner Stelle macht sich Noël Coward über seine Figuren oder über deren Probleme lustig. Er verzichtet auf jede gönnerhafte Attitüde, zeigt Schauspielerinnen so, wie sie sind – im Guten und im weniger Guten. Also auch zänkisch, auch eifersüchtig, auch auf Erfolge beharrend, die sie nie hatten.
Es ist kein Zufall, dass Coward das Stück zum Ende seiner eigenen langen, langen Theaterkarriere schrieb. Hier wie in den übrigen Stücken dieser Periode zeigt er Menschen, die sich dem allgemeinen Gewusel entzogen haben und nur noch mit sich und ihren Gedanken beschäftigt sind.
IN DER GASSE ist so etwas wie ein langer, facettenreicher Liebesbrief an alle Frauen, mit denen und für die er über die Jahre und Jahrzehnte gearbeitet hatte. Er lässt die Zuschauer spüren, wie sich Königinnen im Exil fühlen. Jede der neun Bewohnerinnen war irgendwann mal ein Star. Aber daran erinnern sich möglicherweise nur noch sie selbst und ihre ärgsten Konkurrentinnen. Doch etwas gibt keine von ihnen auf, unter keinen Umständen: die Selbstachtung.

Der Kern der Handlung: MAY DAVENPORT, die ungekrönte Königin des Heims, dirigiert ihre ›golden Girls‹ mit wenigen sanften Worten und einigen scharfen Blicken. Diese Harmonie geht flöten, als eines schönen Tages LOTTA BAINBRIDGE hier auftaucht. Alle Damen halten die Luft an, fürchten das Kommende; erinnern sie sich doch alle an die uralte Fehde zwischen May und Lotta.
Der Hintergrund: Miss Lotta Bainbridge hat May Davenport vor ewigen Zeiten den Mann ausgespannt. Seit dreißig Jahren haben die Damen kein Wort mehr miteinander gewechselt. Was wird nun geschehen? Anfangs gibt es tatsächlich die befürchteten Eifersüchteleien und Spitzen, dann bringt eine wirkliche und aktuelle Tragödie die Damen zur Besinnung.
Gegen Ende der Geschichte ist der Konflikt ausgeräumt, und zwar mit einem Minimum an Aufhebens; allerdings mit einem Maximum an actricenhaftem Gesäusel. Der zweite Handlungsstrang ist praktischer Natur. Da versucht ein Journalist von der London Times den Damen zu einem Wintergarten zu verhelfen, nach dem sie sich schon seit Jahren verzehren, den aber der knausrige Board nicht genehmigen will.

Der Originaltitel WAITING IN THE WINGS ist ein typisch Coward’sches Wortspiel: If someone is waiting in the wings sagt, dass jemand – ein Er oder eine Sie – im Hintergrund wartet, aber bereit ist, auf das kleinste Zeichen in den Vordergrund zu treten.

Presse: 

Talkin’ Broadway, Dezember 1999: 
"Es ist immer noch ein Theaterstück von Noël Coward.... Ein Theaterstück, das man gesehen haben muss."

Time Magazine, Januar 2000: 
"Eines der sensibelsten, am wenigsten bevormundenden Porträts des Alters."

Theatre Review, Dezember, 1999: 
“Als ein neues Noël Coward Stück, das neu am Broadway ist, lohnt es sich IN DER GASSE zu sehen."

New York Theatre, Januar 2000: 
"IN DER GASSE zu verpassen, wäre eine große Torheit; keine gute Zeit dabei zu haben, ist eine virtuelle - nein, eine reale - Unmöglichkeit."

ExperienceLA, Oktober 2008: 
"Die großen Damen des Theaters handeln mit Widerhaken und Tränen in diesem schönen Stück von einem unserer größten Dramatiker."

CurtainUP Review, Januar 2000: 
"Nichtsdestotrotz ist es eine kleine Entdeckung und ein theatralischer Genuss."

Island Theatre, Juli 2008: 
"Das Stück ist eine weise und mitfühlende Auseinandersetzung mit den Problemen des Alterns und des Todes, mit denen wir alle konfrontiert sind."    

Produktionen: 
  • UA: 08.08.1960, Olympia Theatre, Dublin

  • 07.09.1960, Duke of Yorks Theatre, London

  • DSE: 25.11.1967, Komödie am Kurfürstendamm, Berlin 

  • 2007, Langham Court Theatre, Langham Court

  • 2008, Theatre West and Chestnuts, Hollywood

Autor(en): 
Besetzung:
14 Damen, 4 Herren
Komödie
Schauspiel